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Aufbruch Bremen

Aufbruch Bremen

regionale Aufbruch-Gruppe

„Lasst uns unsere Zeit so gestalten, dass man sich an sie erinnern wird, als eine Zeit, in der eine neue Ehrfurcht vor dem Leben erwachte, als eine Zeit, in der nachhaltige Entwicklung entschlossen auf den Weg gebracht wurde, als eine Zeit, in der das Streben nach Gerechtigkeit und Frieden neuen Auftrieb bekam und als eine Zeit der freudigen Feier des Lebens.“

ERD-CHARTA

Der ERD-CHARTA Begegnungsgarten in Bremen

Projektwochenbericht von Doris De Cruz, Juni 2020

Mein Parzellengarten in der Bremer Gartenstadt Vahr war meine rettende Oase in der Corona-Epedemie-Zeit. Vom 15. März an hieß es für uns „zuhause bleiben“. Für mich war es das Signal, in den Garten zu radeln, wann immer das Wetter es möglich machte. Zur Pensionierung hatte ich mir diesen schönen Stadt-Parzellengarten geschenkt und 2016 die ERD-CHARTA-Botschafterausbildung bei der Ökumenischen Eine-Welt-Initiative absolviert. Am Jubiläumstag im Juni 2017 bekam er dann den Namen: „ERD-CHARTA Friedensgarten“ - schließlich wurde in einer gemeinnützigen Gemeinschaftsaktion von „Serve the City“ eine Handpuppenbühne ins Blockhausfenster gebaut.

Als die Bremer Sparkasse jetzt im April den Wettbewerb „Gemeinsam gut - die Stadtteil-Initiative“ ausschrieb, bewarb ich mich mit der Projektwoche „Offene Gartenpforte“, Untertitel „Soziale Natur + Bildung gehören zusammen“. Ende Mai wurde mir per Brief mitgeteilt, dass ich unter vielen Projekten für eine Förderung mit ausgewählt wurde. Ich begann sofort, die fünf Tage mit verschiedenen Schwerpunkten zu planen. Dabei wurden die Corona-Auflagen berücksichtigt. Die Lockerungen erlaubten wieder Gartengemeinschaften bis 20 Personen.



Es begann am Montag mit „Wünsche an der Wäscheleine“. Die Idee: Der eine hängt, der andere nimmt etwas mit, so entsteht soziales Miteinander – ich hängte ein paar eigene Wünsche und Angebote zur Inspiration auf, dazu Samenpäckchen zum Mitnehmen. Bunte Wäscheklammern waren reichlich vorhanden und zwischen den Bäumen am vielbefahrenen Rad- und Fußweg fanden sie bald Beachtung. Auf einem Tisch lagen Karten zum Beschriften mit eigenen Wünschen. Die Wäscheleine blieb die ganze Woche hängen und es kamen viele neue Kontakte zustande.

Dienstag: „Poesie im Garten und Garten-Sinne-Tag“. Es gab viele Anmeldungen dazu. Riechen, hören, fühlen, schmecken – wir sammelten zuerst frische Kräuter für einen Schönheitstee und lernten die Wirkung kennen. Dann wurde der Poesie-Baum geschmückt, mit Texten und Fotos von Pflanzen und Blumen aus dem Garten. Dazu spielte der Bremer Musiker Phil Tamo meditative Improvisationen auf seiner 12-seitigen Gitarre. Später las ich bei Kaffee und Kuchen inspirierende Texte von Gärtnern, Dichtern und Denkern. Es war ein schöner, sonniger Tag und alle waren glücklich nach der Corona-Isolation, in Gemeinschaft (mit Mindestabstand) sitzen zu dürfen.

Mittwoch war ein Arbeitstag: Drei tüchtige Männer halfen mit beim Bau eines Hügelbeetes für Heil- und Küchenkräuter und zur Pflanzung von essbaren Blumen sowie einem Lorbeerbäumchen. Alles war gut vorbereitet und wir haben uns beim gemeinsamen Aufbau gefreut über die guten Zutaten: trockene Hölzer und Zweige, Laub und Grassoden, viel gute Humuserde und Kompost, am Schluss noch Hornspäne gemischt mit neuer Gartenerde. Alles musste gut durchfeuchtet und festgetreten werden. Die Bepflanzung wurde drei Tage später begonnen, damit sich alles setzen konnte. Wir feierten das Werk mit einer guten Brotzeit und gekühlten Getränken.

Donnerstag, 30 Minuten Qi-Gong Übungen für mehr Energiefluss und Lebensfreude. Es regnete leider, aber wir hatten Platz im 24 qm großen Gartenhaus mit überdachter Terrasse. Wir pflückten frische Kräuter für einen Salat und tauschten – mit Sicherheitsabstand – gärtnerische Erfahrungen im Stuhlkreis aus. Das Thema war dabei: die Wunderwelt der Heilpflanzen. Eine Wissenskunde aus Büchern und dem Erfahrungsschatz von mir, Doris De Cruz.

Freitag war ein Tag mit „Jugend-Projekt und Kochen im WOK“. Ich hatte Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren eingeladen zu einer Dokumentation und Interviews mit Gartenpächtern: Sie sollten ihr Handy benützen und fotografieren, die Gärtner befragen zum Thema Nachhaltigkeit und sich Tipps holen für den Anbau von Lieblingsgemüsen und Früchten. Begleitet wurden sie dabei von Martin mit Videokamera und mir. Es war eine lehrreiche Begegnung und die Jugendlichen staunten sehr, wie viel man auf 400 qm Erdreich anbauen kann. Am späten Nachmittag hatten sie tüchtig Hunger und lernten etwas über die energiesparende Zubereitung von pfannengerührten Gerichten in der WOK-Pfanne. Mit Reis und delikater Sauce wurde es ein köstlich schmeckendes, vegetarisches Gericht. Theo kochte mit Mundschutz und Carlo erklärte dabei mit dem Mikrofon die Zutaten-Reihenfolge nach den Gesetzen der Chinaküche und ihren fünf Elementen. Als Abschiedsgeschenk gab es zwei Broschüren: Die ERD-CHARTA-Prinzipien und 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zum Mitnehmen und zum Studieren zuhause.

Fazit dieser Woche: Viele fanden zur Lebendigkeit und der Kraft aus der Natur zurück. Es ging mir auch um die Themen Solidarität, ökologischer Nutzen und sozialer, zukunftsfähiger Lebensstil. Gerade nach der Corona-Auszeit mit der Ansteckungsangst war es mir wichtig, durch das Öffnen meines Gartens zur Begegnung einzuladen. Durch die verschiedenen Aktionen konnte Inspiration für neue Perspektiven entstehen. Verschiedene Gartenbesitzer werden sich künftig mehr vernetzen und ihre Erfahrungen austauschen. Auch wollen viele jetzt mehr tauschen und sich gegenseitig unterstützen.


Ja, wer Mut sät, wird eine neue Welt ernten!

Ich freue mich über diese erlebte Woche in meinem Garten.

Die ERD-CHARTA ist im Zukunftsbriefkasten

die Ovum-Skulptur

„Das Ei als Symbol ist universell bekannt. Es steht für Fruchtbarkeit, Neuanfang, Leben, Wiederkehr und Fortbestand.“ Mit Bremen wird die Ovum-Skulptur in Jerusalem besonders verbunden sein. Ein Bremer Schlüssel wird in die Außenhaut gefräst.

Im Jahr 2017 hat der Bremer Künstler die *längliche ERD-CHARTA Informationsbroschüre in seinen Zukunftsbriefkasten, das OVUM gelegt.

Denk-mal Zukunft

ein weiterer Standort - Bremen?

Für unser Aufbruch Projekt: "Denk-mal Zukunft" entwickeln wir neue Ideen und haben einen weiteren Standort in Aussicht. Zur Finanzierung wurde ein Förderantrag gestellt und wir bitte um eure Untestützung. Gerne helfen wir auch bei der Realisierung eines "Denk-Mal-Zukunft" in eurer Stadt.
Projektbeschreibung und Informationen auf www.Denk-mal-Zukunft.de

Kooperationen

www.aufbruch-anders-besser-leben.de
Impressum 08.07.2020 -  
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